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Urlaub in Südafrika: Nashorn - der dickhäutige Dinosaurier

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Nashorn: der dickhäutige Dinosaurier

22.07.2010, 14:22 Uhr | Claudia Ottilie

Nashorn (Foto: South African Tourism)

Nashorn (Foto: South African Tourism)

„Ahhhh, das Nashorn“ schnauft Ranger Fehsenfeld schwermütig, „der Dinosaurier mit der 2,5 Zentimeter dicken Haut. Knapp vor der Jahrhundertwende vom Aussterben bedroht, haben sich die Bestände in Südafrika mittlerweile etwas erholt.“ Dennoch gilt das Spitzmaulsnashorn mit einem Artbestand von 3600 Tieren zu den bedrohten Arten.

1. Auch ein blindes Huhn findet seinen Feind

Fehsenfeld hat großen Respekt vor den Dickhäutern, denn obwohl ihnen eine schlechte Sehfähigkeit nachgesagt wird, ist der Ranger fest davon überzeugt, „dass diese Meinung mit Vorsicht zu genießen ist.“ Seine Beobachtungen hat er oft mit Kollegen diskutiert und bestätigt gefunden, „denn wenn man ein Nashorn überrascht oder erschreckt und es sich entscheidet, anzugreifen, ist es erstaunlich, wie schnell und akkurat es auf einen losdonnert wie ein Lastwagen ohne Bremsen.“ Vorsicht also bei der Nashorn-Beobachtung.

2. Eleganz auf zwölf Zehen

So behäbig ein Nashorn wirken mag, wenn es im Busch steht und gemütlich, fast nachdenklich vor sich hinkaut, so schnell kann es doch eine ganz andere Seite hervorkehren. Wenn die schreckhaften Tiere plötzlich in Spitzengeschwindigkeiten von  50 Km/h durch die Steppe rasen, machen sie trotz der zwei Tonnen Schwerstgewicht einen geradezu elfenartigen Eindruck, denn Rhinos flitzen auf ihren zwölf Zehenspitzen, wobei der jeweilige Mittelzeh die Hauptlast trägt. So gesehen legt ein Nashorn den Sprint auf vier Zehen hin.

3. Schwarz, weiß oder doch grau?

Afrika ist Heimat zweier Nashornarten, die sich hauptsächlich in ihrer Ernährungsweise unterscheiden. Während Breitmaulnashörner in der Steppe grasen, zupfen sich die Spitzmaulnashörner in den waldigen Gebieten mit der spitzen Lippe Blätter von den Bäumen. Die deutschen Bezeichnungen weisen auf die Fresstechniken hin, während die englischen Bezeichnungen Black Rhino und White Rhino in die Irre führen, denn beide Arten sind graubraun und nicht schwarz und weiß. Einer Fehldeutung von afrikaans „wide“, das „breit“ bedeutet, entsprang die englische Bezeichnung White Rhino für das breit(mäulig)e Nashorn. Sein Gegenpart, das spitzmäulige Rhinozerus, wurde erhielt im Englischen zum Black Rhino.

4. Kein Wundermittel auf der Nase

Entgegen der weitläufigen Meinung sind die Hörner von Nashörnern nicht aus Elfenbein, was Wilderer trotzdem bis heute nicht schreckt, Jagd darauf zu machen. Vor allem auf der arabischen Halbinsel wird die keratinhaltige Hautwucherung als Dolchgriff teuer gehandelt. In Zentralasien zahlt man kräftig für Hörner, denen aphrodisierende und andere medizinische Wirkungen nachsagt werden. Einen wissenschaftlich fundierten Beweis gibt es nicht.

5. Chromosomen, bitte durchzählen!

Natürlich lässt sich auch ein Tier mit den Ausmaßen eines Pkw in ganz kleinen Dimensionen betrachten. Erstaunliches stellt man da über das Nashorn fest, das mehr Chromosomen besitzt als alle anderen Säugetiere, der Mensch mit seinen 46 eingeschlossen. In 82 (Breitmaulnashorn) beziehungsweise 84 (Spitzmaulnashorn) Chromosomen ist das Erbgut verschlüsselt und birgt darin sämtliche Informationen über die Dickhäuter - vom ausgestorbenen, urwüchsigen Wollnashorn bis zu den fünf Unterarten, die heute in Afrika und Asien leben. Darin enthalten ist sicher auch das Geheimnis, warum das Nashorn überhaupt Hörner hat.


Quelle: t-online.de

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