Sie sind hier: Südafrika > Jensseits von Südafrika >

Südafrikas WM-Traum - Der Himmel ist die Grenze

...
Drucken Drucken

Südafrikas WM-Traum - Der Himmel ist die Grenze

03.05.2010, 13:25 Uhr

Fans der südafrikanischen Nationalmannschaft mit Vuvuzelas (Foto: imago)

Von der südafrikanischen Nationalmannschaft berichtet Thomas Tamberg

Die Erwartungshaltung ist riesig. Die Angst vor dem Scheitern aber auch. Die südafrikanische Nationalmannschaft hat sich vor der WM 2010 im eigenen Land viel vorgenommen. „Der Druck ist da, aber es ist positiver Druck“, versicherte Südafrikas Pressesprecher Matlhomola Morake am Rande des letzten Testspiels während des Trainingslagers in Deutschland. Rund 8.500 Kilometer fern der Heimat besiegte das Team von Carlos Alberto Parreira in Offenbach die Nationalelf von Jamaika mit 2:0. Mit diesem Erfolgserlebnis, einem außergewöhnlichen Torhüter sowie der Geheimwaffe Vuvuzela will Südafrika, das in der FIFA-Weltrangliste auf Rang 90 und somit einen Platz vor Island rangiert, für ein Fußball-Wunder sorgen. „Es wird magisch“, ist sich Morake sicher. Das muss es wohl auch. Bereits am 11. Juni im Eröffnungsspiel geht es für Südafrika um Alles oder Nichts.

Südafrikaner müssen unbedingt Gruppenphase überstehen

„Der Sieg gegen Jamaika gibt uns Selbstvertrauen. Wir haben hier in Deutschland einen weiteren Schritt nach vorne gemacht", sagte Nationalcoach Parreira. Der Brasilianer, der mit die Selecao 1994 zum WM-Titel führte, hat eine schier unglaubliche Mission vor sich. „Wir müssen unbedingt die Gruppenphase überstehen, dann ist jeder zufrieden“, sagte Onkgopotse Molefe. Der 28-jährige Sportjournalist vom populären TV-Sender E-TV erzählte am Rande der Partie von der Erwartungshaltung der Menschen in seinem Land. Molefe ist einer von zehn Medienvertretern, die den Weg von Südafrika nach Offenbach unternommen haben, um sich ein Bild vom Vorbereitungsstand der Bafana Bafana zu machen.

So stärken sich Fußballer vor Ort: Kulinarische Geheimtipps und Insiderwissen über Südafrika von Jens dem Ranger erleben Sie in unserer unterhaltsamen Video-Serie.

Geheimwaffe Vuvuzela lehrt den Gegner das Fürchten

Südafrika sei voller Vorfreude erzählt er. „Es ist das größte Event, dass wir jemals im Land hatten.“ In Offenbach bekamen die Zuschauer bereits einen Vorgeschmack auf diese besondere Vorfreude. Mit Trommeln, Tänzen und natürlich der Vuvuzela, der für europäische Ohren ungewöhnlichen Tröte, sorgten südafrikanische Fans für ausgelassene Stimmung auf den Rängen und ließen bei den einheimischen hessischen Besuchern ungläubiges Staunen zurück. „Die Vuvuzela wird für euch nicht angenehm“, sagte sogar Parreira und sieht in dem Instrument durchaus eine Geheimwaffe. Bereits beim Confed-Cup 2009 beschwerten sich andere Nationalmannschaften darüber, dass man auf dem Platz sein eigenes Wort nicht verstehen würde.

Nationalkeeper Moeneeb Josephs hofft auf seine große Chance

"Wir spielen mit 90.000 Vuvuzelas gegen Mexiko. Das wird in der Vorrunde eine unserer stärksten Waffen sein. Ich bin gespannt, wie unser erster Gegner damit umgeht", sagte auch Südafrikas Nationalkeeper Moeneeb Josephs. Der 23-jährige Josephs könnte einer der großen Gewinner der WM werden. Seine gewaltigen Abschläge, die millimetergenau den Mitspieler finden, dürften für mächtig Aufsehen erregen. Sollte er tatsächlich die Nummer eins zwischen den Pfosten werden. Eigentlich war für diese Position Rowen Fernandez vorgesehen. Doch der Keeper von Arminia Bielefeld zog sich am 30. Januar einen Kreuzbandriss zu. Mittlerweile ist der 32-Jährige zumindest wieder auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. „Man muss abwarten“, äußerte sich Parreira zurückhaltend.

Hohe Erwartungen an Josephs

Für TV-Mann Molefe ist sowieso klar, dass Josephs im Tor stehen wird. „Er ist der Beste, er ist wundervoll“, schwärmte Molofe von Südafrikas Keeper, der 2008 für 2,5 Millionen Rand (rund 250.000 Euro) von Bidvest Wits zu den Orlando Pirates wechselte und somit zum teuersten Torhüter-Transfer in der Geschichte des südafrikanischen Fußballs avancierte. „Ich hoffe, er wird nach der WM im Ausland spielen und unserem Land Ehre machen“, sagte Molofe. Genauso wie der Journalist von Josephs Qualitäten im Tor überzeugt ist, so glaubt er auch fest an seine Bafana Bafana. „Es kommt alles auf das Spiel gegen Mexiko an. Das müssen wir gewinnen“, sagte Molefe. Südafrika bestreitet gegen die Mittelamerikaner das Eröffnungsspiel. Anschließend warten noch die Gruppengegner Frankreich und Uruguay auf die Gastgeber.

Sieg gegen Jamaica gibt Selbstvertrauen

Wer den Auftritt Südafrikas gegen Jamaika gesehen hat, dürfte seine leisen Zweifel bekommen. Zwar siegte das Team von Parreira mit 2:0, doch Jamaika – auf Platz 79 der FIFA-Weltrangliste geführt und somit elf Ränge vor Südafrika - reiste erst am Vortag an und hatte noch eine Flugzeit von über zehn Stunden in den Knochen. Dennoch zog Parreira nach dem 0:0 gegen Nordkorea in der Vorwoche ein positives Fazit. "Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen. Wir haben hier in Deutschland einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.“ Was soll der Coach auch anderes sagen. Immerhin könnte es sein, dass 50 Prozent der Spieler gar nicht dabei sein werden, wenn in Südafrika der Ball rollt. „Wir warten noch auf die Spieler, die in Europa noch beschäftigt sind“, sagte Pressesprecher Matlhomola Morake.

Wichtiges Ziel: zweite Runde

„Wir wollen auf keinen Fall in der Vorrunde ausscheiden. Wir wären sonst der erste Gastgeber bei einer WM, der nicht in die zweite Runde einziehen würde“, glauben Morake und Molefe unisono auf einen guten Start. Ihre Hoffnungen ruhen dabei ganz auf Trainerfuchs Parreira. Der eloquente Brasilianer hadert zwar hin und wieder mit der Vorbereitung, macht aber den Südafrikanern Mut und geht sogar noch einen Schritt weiter. Man müsse Schritt für Schritt vorangehen und wenn man die Gruppenphase überstanden hätte, dann sei alles möglich, so Parreira. „The limit is the sky“. Nur der Himmel ist die Grenze.


 

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Südafrikas WM-Traum - Der Himmel ist die Grenze " verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Südafrikas WM-Traum - Der Himmel ist die Grenze " gefallen hat.

 
Jensseits von Südafrika
Der Tanz in den Sommer

Die gesamte Lebensfreude der Südafrikaner zeigt sich im Diski Dance. Folge 9

Anzeige
Neue Möglichkeiten
Die neue Lumix G2 (Foto: Panasonic)

Mit der LUMIX G2 genießen Sie mehr Spaß und Freiheit für Foto- und Video Aufnahmen. LUMIX G2

Fanreporter
Der große Weiße Hai
Der weiße Hai

Südafrika-Fanreporter Jan taucht vor Gansbaai mit dem faszinierenden Meeres-Jäger. zum Video

Südafrika Fan Total
Ein Ranger in Deutschland
Jens der Ranger auf seiner Südafrika-Reise durch Deutschland

Erleben Sie aktuelle Videos von Jens der Ranger in "Jensseits von Südafrika" zu den Videos

Big City Safari
City-Safari in Kapstadt

Tafelberg und Lifestyle - Kapstadt darf bei einem Besuch nicht fehlen. Kapstadt erleben

Entertain
Fußball satt mit LIGA total!
Fußball-Fieber mit LIGA total!

Mit LIGA total! kein Bundesliga-Spiel mehr verpassen. Tolle Extras inklusive. mehr


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012