Sie sind hier: Südafrika > Nachspielzeit >

Motsi Mabuse über das Südafrika während und nach der WM

...
Drucken Drucken

„Wir wollen ernst genommen werden“

23.07.2010, 13:21 Uhr | Maik Rico y Gomez

Die Tänzerin Motsi Mabuse war als Korrespondentin für die ARD bei der WM in Südafrika. (Foto: Motsi Mabuse)

Die südafrikanische Tänzerin Motshegetsi „Motsi“ Mabuse (29) hat die Fußball WM in Südafrikafür die ARD verfolgt und Hintergrundberichte aus dem Land geliefert. Zurück in ihrem Zuhause in Stockstadt bei Frankfurt sprach sie mit uns über ihre Erfahrungen und die Perspektiven der Menschen in Südafrika.

Frau Mabuse, wie haben Sie persönlich als Südafrikanerin die WM erlebt? Was hat Ihnen besonders gefallen?

Es war natürlich eine tolle Veranstaltung im ganzen Land. Aber am Wichtigsten fand ich, dass sich die weit verbreiteten Vorurteile vieler Menschen bezüglich der Sicherheit – gerade in Europa – widerlegt haben. Es ist nichts schief gegangen, alle waren friedlich.

Was haben Sie für eine Beziehung zu südafrikanischem Fußball an sich?

Ich bin sowieso sportbegeistert und habe schon als Kind Fußball verfolgt. Mein Vater war schon immer ein großer Fan der Kaiser Chiefs, und da er „nur“ zwei Töchter hat, war es sozusagen meine Bestimmung. Das war sehr schön, immer samstags und sonntags hieß das Motto bei uns „Kaiser Chiefs rules“.

Was überwiegt bei den Menschen in sportlicher Hinsicht– die Enttäuschung nach dem frühen Ausscheiden oder Stolz über den Sieg gegen Vizeweltmeister Frankreich?

Auf jeden Fall der Stolz über den Sieg. Natürlich waren alle traurig, vor allem da wir letztlich nur am Torverhältnis gescheitert sind. Aber danach haben trotzdem alle zusammen daran mitgewirkt, dass das ein tolles Turnier wird. Das war schließlich unsere Aufgabe und das haben die Menschen auch so gesehen und gelebt.

Die WM brachte Südafrika tolle Stadien und eine immens verbesserte Infrastruktur. Doch was wird bleiben bei den Menschen – alt wie jung?

Im Moment herrscht natürlich noch ein Hochgefühl vor. Ich haben mit einigen Freunden gesprochen. Der Austausch mit den Besuchern aus der ganzen Welt war ihnen sehr wichtig uns sie haben sich sehr darauf eingelassen. Zudem ist der Sportkalender gut gefüllt – die Liga beginnt bald, auch beim Cricket. Und Südafrika möchte sich für Olympia 2020 bewerben.

Wie sehen Sie die Perspektiven Südafrikas? Chancen in der Zukunft?

Viele junge Schwarze, vor allem die so genannten Young Professionals, sind sehr, sehr ehrgeizig. Sie wollen etwas beweisen und Ernst genommen werden, auch international.

Ich hoffe, dass die Vorurteile weiter abnehmen und mehr ausländische Investitionen und auch mehr Touristen ins Land kommen. Aber natürlich gibt es auch noch Armut und soziale Ungerechtigkeiten, die beseitigt werden müssen und dabei nicht ignoriert werden dürfen.

Gerade für diese Menschen ist Sport sehr wichtig, da er ihnen das Gefühl gibt, frei zu sein. Da ist die Hautfarbe egal – wenn du schnell bist, bist du schnell.

Noch eine Frage zu Ihrer eigenen Perspektive? Im August sind die Championships in Stuttgart?

Ja, aber ich habe mich mit meinem Partner Timo Kulczak entschieden, dass wir dem professionellen Turniertanz den Rücken kehren. Derzeit schauen wir uns um, was wir machen.

Frau Mabuse, herzlichen Dank und viel Erfolg weiterhin.


Quelle: t-online.de

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Motsi Mabuse über das Südafrika während und nach der WM" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Motsi Mabuse über das Südafrika während und nach der WM" gefallen hat.

 
Anzeige
Südafrika hautnah erleben

Jede Woche erwarten Sie tolle Preise und am Ende sogar eine Südafrika-Reise: Machen Sie mit!

Beach Safari
Mehr als nur Wassersport
Snowboard mit Sommerfeeling: Sandboarding in Südafrika. (Quelle: South African Tourism)

Quadbiking, Sandsurfing, Kapumrundung - Südafrikas Küsten haben Einiges zu bieten mehr


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012